Fotohilfen

Fotografieren ohne Stativ

Oft ist es zu anstrengend oder zu schwierig ein Stativ mitzunehmen.
Manchmal muss man auch schnell reagieren können und da ist es nicht möglich ein Stativ aufzustellen. Vögel kommen oft sehr schnell und fliegen auch schnell wieder weg. Ähnlich verhalten sich Schmetterlinge oder andere Insekten. Ausnahmen sind natürlich möglich. Erwischt man Insekten früh morgens noch beim schlafen, dann kann man in Ruhe das Stativ aufstellen. Auch Spinnen sind gut mit dem Stativ zu fotografieren und manchmal auch Libellen. Schmetterlinge dagegen sitzen tagsüber fast nie still an einem Ort.

Wenn ich Vögel fotografiere, dann versuche ich einen kleinen Halt an einem Baum oder Pfosten zu finden. Dort kann ich das Objektiv anlehnen und mit der Hand so an die Stütze pressen, dass es die Wirkung eines Stativs hat. Das ist bei Insektenbildern meist nicht möglich.
Habe ich bei der Vogelfotografie oder bei Insekten keine Möglichkeit mich anzulehnen oder aufzustützen, dann sollte man das Objektiv ganz vorne, so weit vorne wie es geht, mit der freien Hand von unten unterstützen. Probieren Sie es aus. Sie werden sehen wie sich Bewegungen verringern. Auch ein Bohnensack kann dabei eine Hilfe sein. Es gibt sie schon in kleiner Grösse, die man dann noch unter die Hand legen kann. Er reduziert Erschütterungen.

Weiter sollte man darauf achten, beim fotografieren aus freier Hand keine Belichtungszeit einzustellen, die länger ist als 1/125 Sek. ist. Bei den heutigen digitalen Kameras dürfte das kein Problem sein. Denn auch bei schlechteren Lichtverhältnissen können Sie die ISO-Zahl erhöhen um eine notwendige Belichtungszeit zu erreichen.

Die Verwacklungsgefahr steigt mit zunehmender Brennweite. Fotografieren Sie einen Vogel mit einer Brennweite von 200 mm ist die Verwacklungsgefahr kleiner als bei einer Brennweite von 500 mm. Hier können Sie folgende Faustegel anwenden:
Wählen Sie die Belichtungszeit nie unter der Brennweite.
Fotografiere ich also mit einer Brennweite von 200 mm, dann sollte die Belichtungszeit KÜRZER als 1/200 Sek. sein (also z.B. 1/250 oder 1/300 Sek.), bei einer Brennweite von 500 mm KÜRZER als 1/500 Sek. (also z.B. 1/600 oder 1/800 Sek.

Das alles ist natürlich keine Gewähr für eine verwacklungsfreie Aufnahme. Darum mache ich immer mehrere Bilder. Lässt es die Kamera zu, sollte man Serienbilder einstellen, um mehrere Aufnahmen in schneller Folge hintereinander machen zu können. Bei digitalen Kameras braucht man an Filmmaterial nicht zu sparen.

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Der Baum dient hier als Stativ.

Makrofotografie mit Stativ

Dieses Verfahren benutze ich in erster Linie für das Fotografieren von Pilzen oder anderen Motiven die sich dicht über dem Boden befinden.
Die mittlere Stange des Stativs habe ich herausgenommen und andersherum, also von unten, wieder in die Führung hineingeschoben. Um nun die Kamera nicht verkehrt herum unten anzubringen, drehe ich die Objektivschelle nach oben.
Mit einem Winkelsucher kann ich nun gut das Objekt anvisieren ohne mit dem Gesicht in die Erde zu versinken.
Um verwacklungsfreie Bilder zu bekommen verwende ich ausserdem einen Kabelauslöser und die Spiegelvorauslösung.
Lässt es die Bodenbeschaffenheit zu, kann ich auch einen Bohnensack verwenden. Das ist ein Sack aus Leder der mit Bohnen, Reis oder auch Erbsen gefüllt ist. Hier kann ich gut die Kamera hineinpressen, sa dass die Kamera einen festen Halt bekommt. Aber auch hier ist ein Winkelsucher unerlässlich
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Fotografieren mit dem Bohnensack.

Der Bohnensack ist ein Kissen, gefüllt mit weissen Bohnen. Es ist so gross, dass die Kamera mit Objektiv vollständig darauf passt. Das Kissen wird so lange verformt, bis die Kamera ausgerichtet ist. Bohnen sollen am besten die Lage beibehalten nach dem Ausrichten der Kamera. Aber auch Füllungen mit Kirschkerne, Reis, sind möglich. Als "Sack" wird im allgemeinen Leder empfohlen. Die Auflagefläche sollte allerdings Kunstleder sein.
Wichtig ist auch ein Reissverschluss, damit man ab und an den Inhalt auswechseln kann.

 

Makrofotografie ohne Stativ

Ich habe festgestellt, das es in manchen Situationen einfach nicht sinnvoll oder möglich ist ein Stativ zu benutzen. Aber wie will ich das bewerkstelligen? Es weht ein leichter Wind, der Halm schwebt hin und her - ich bekommen das Tier einfach nicht scharf. Da kam mir die Idee den Arm als Verlängerung zu benutzen. Ich fasse den Halm, oder was auch immer, mit dem Zeigefinger und Daumen an und lege das Objektiv auf meinen Arm. Dadurch entsteht zumindest zwischen Objektiv und Hand eine Einheit. Natürlich wackelt es immer noch ein wenig, da die Finger ja nie ganz ruhig gehalten werden können. Aber es ist mir oft eine Hilfe so zu fotografieren. ich kann dann auch mit den Fingern den Grashalm etwas drehen falls das Tier sich bewegt. Oft verstecken sich Tiere ja hinter dem Halm. Ausserdem kann ich mir eine günstigere Position aussuchen, etwas ein besseres Licht oder ein besseren Hintergrund.
Zusätzlich kann auch noch der Bohnensack als Unterlage Verwendung finden. Das Objektiv ist dadurch leicht erhöht und es schluckt auch noch die Erschütterung der Kamera.

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